2 Gedanken zu „Erkenntnistheorie des Laotse“

  1. Lieber Andreas, vermutlich haben Schmetterlinge keine so intensiven Träume wie Menschen. Vermutlich träumen sie gar nicht, weil sie kein so hoch ausgebildetes Gehirn wie die Menschen haben…und dichten werden sie wohl auch nicht. Also es ist schon ein kleiner Unterschied zwischen den Lebewesen. So schnell wird ein Mensch nicht zum Schmetterling und ein Schmetterling nicht zum Menschen. …auch nicht durch Reinkarnation.
    Grüßle Roland

    1. Lieber Roland, ist verstehe was Du meinst, aber ich habe einfach aufgrund der letzte 4000 Jahren Menschheitsgeschichte einen Aber davor, dem Menschen zu viele positive Eigenschaften zuzugestehen, deshalb würde ich nie sagen, ein Mensch träumt intensiver als ein Schmetterling, denn das Wort „intensiver“ beinhaltet bereits eine Wertung, ich würde es bevorzugen zu sagen, er träumt anders und es offen lassen, wer intensiver träumt, du sagst es ja selbst, in dem Du das Wort „vermutlich“ benutzt, wir können es in der Tat nur vermuten, in dem wir von uns und unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen rückschließen auf andere Lebewesen.

      Zweifellos ist ein Unterschied zwischen den Lebenwesen, das Problem fängt eigentlich immer erst dann an, wenn man beginnt eine Rangordnung festlegen zu wollen, ob man will oder nicht, irgendwann ist man dann doch immer wieder bei der Religion und der Krone der Schöpfung, eben der Gottesebenbildlichkeit und dann fangen alle Probleme an, dann beginnt das Thema Machtanspruch und die ganze Kette setzt sich in Gang und dann sind wir als Menschen sofort dabei uns die Erde Untertan zu machen. Macht Euch die Erde Untertan – was für ein Wahnsinn, da schlage ich mich doch lieber auf die Seite des Schmetterlings, der solche Großmachtfantasien „vermutlich“ nicht hat.

      Ein anderes Thema, was daran unmittelbar anschließt, ist, daß die asiatische Philosophie viel vorsichtiger mit Aussagen ist, als wir es in unserer Geschichte im Abendland gewöhnt sind und in dem Gleichnis von Laotze geht es um die Perspektive, Laotze hat das Problem der Perspektive eben versucht mit der Schmetterlingsgeschichte anzugehen, Kant hat es mit 700 Seiten mehr in seiner Kritik der reinen Vernunft anders versucht. Letztlich geht es aber bei beiden Denkern, um den erkenntniskritischen Vorbehalt gegenüber dem Ding-an-sich, wir können immer nur Aussagen darüber machen, wie die Dinge-für-uns sind, niemals aber darüber, wie sie ansich sind. Deshalb ist Kant für mich so viel bedeutender als Hegel, der das Problem einfach durch die objektive Erkenntnis und den Weltgeist weggebügelt hat.

      Ich glaube, wenn man versucht diese asiatischen Lehrgedichte ganz wörtlich zu nehmen- wie man übrigens auch den Reinkarnationsgedanken und das Thema Karma nicht wörtlich nehmen darf – dann kommt man ganz schnell in den Wald oder legt die Texte kopfschüttelnd wieder zur Seite. Asiatische Philosophie hat viel mehr von einem offenen Kunstwerk (Eco) und seiner spezifischen Rezeption, als unsere abendländische Philosophie, die schon sehr, sehr lange von kalter Rationalität bestimmt ist.

      Lieben Gruß
      Andreas

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