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Fürst Pjotr Alexejewitsch Kropotkin

Heute möchte ich mit meinem Beitrag des Schriftstellers, Wissenschaftlers und Anarchisten Petr Kropotkin (1842-1921) gedenken, der bis heute als einer der einflussreichsten Vertreter des kommunistischen Anarchismus gilt. Obwohl dem russischen Hochadel entstammend, engagierte er sich ein Leben lang für die Befreiung der Menschheit von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit.

Gleichzeitig möchte ich die Frage aufwerfen, ob man Begriffe – wie Anarchie – die hochgradig belastet sind durch die Geschichte, die ihnen widerfahren ist, weiter benutzen soll. Vielleicht um die Erinnerung an Inhalte wachzuhalten und um sich gegen interpretatorische Zweckentfremdungen zu wehren…

„Der Anarchismus ist eine Weltanschauung, die auf einer […] kinetischen […] Erklärung aller Naturerscheinungen beruht und die gesamte Natur umfaßt – inbegriffen das Leben der Gesellschaft. Seine Forschungsmethode ist die der exakten Naturwissenschaft, bei welchem jede wissenschaftliche Folgerung verifiziert werden muß. Sein Ziel ist die Begründung einer synthetischen Philosophie, welche die Äußerungen des gesamten Naturlebens erfaßt – mit eingeschlossen das Leben der menschlichen Gesellschaft mit ihren wirtschaftlichen, politischen und sittlichen Problemen.“

Die Frage ist: „Welche sozietären Formen gewährleisten für eine gegebene Gesellschaft und darüber hinaus für die Menschheit im allgemeinen die größte Summe an Glück und folglich auch die größte Lebenskraft? Welche Formen der Gesellschaft erlauben dieser Summe an Glück, qualitativ und quantitativ zu wachsen und sich zu entwickeln, d.h. vollständiger und allgemeiner zu werden?“

Petr Kropotkin, Anarchismus und Wissenschaft

Ein paar grundsätzliche Überlegungen vorab:

Gefährliche Ideen – im Hinblick auf die herrschenden Eliten einer Gesellschaft – sind eigentlich immer mit bestimmten Begriffen verbunden, die sich in der Geschichte erst durchgesetzt und dann etabliert haben.

In dem sich immer mehr verfeinernden Meinungsmanagement der herrschenden Eliten hat sich ein grundsätzlicher Mechanismus herausgebildet, wie mit gefährlichen Begriffen, die auf gefährliche Ideen verweisen, umzugehen ist. Dieser Mechanismus funktioniert so, dass Begriffe aus ihrem angestammten Kontext herausgelöst werden, um sie mit neuen Inhalten zu füllen.

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Angst vor der Materie!


Warum wir unsere Angstmechanismen weiterentwickeln müssen, ein paar Überlegungen dazu in sechs Abschnitten.

1. Ein Blick zurück nach vorn

2. Tuis im Demokratiemanagementfieber

3. Der neoliberale Umbau der Gesellschaft

4. Wie geht es weiter?

5. Was sind eigentlich Tuis für Wesen?

6. Conclusio


1. Ein Blick zurück nach vorn

Vor circa 35 Jahren, also mit Beginn des neoliberalen Umbaus der Gesellschaft, habe ich mal einen inzwischen verschollenen Text mit dem Titel “Angst vor der Materie“ geschrieben und der ging meiner Erinnerung nach etwa so:

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