Laudato si‘ oder dominium terrae?

Papst Franziskus„Macht Euch die Erde untertan“ (Genesis 1,28)
und die heute erschienene, 222 Seiten starke,
Enzyklika “ Laudato si‘ “ von Papst Franziskus
„Über die Sorge für das gemeinsame Haus“,
stehen sich – meiner Meinung nach – unver-
söhnlich gegenüber!

Der Aufforderung, uns die Erde untertan zu machen, sind wir Menschen ja in den letzten Jahrtausenden und ganz besonders in den letzten 30 Jahren ausgiebig nachgekommen,  denn wir behandeln die Erde in der Tat wie den letzten Dreck, eben wie einen Untertanen, der ausschließlich dazu da ist, alles ausschließlich für unser Wohlergehen, unser Wachstum, unseren Wohlstand ranzuschaffen, egal was das für unseren Heimatplaneten selbst bedeutet und natürlich auch in der Konsequenz für uns.

Wenn es nach uns, vom christlichen Abendland geprägten, Menschen geht, dann besitzt die Erde keinerlei eigene Rechte, die wir als Menschen achten müßten, und dies, obwohl wir eigentlich täglich, stündlich, ja in jeder Sekunde dieser Erde danken müßten, für all die Wohltaten, die sie allen Lebewesen ganz uneigennützig bescherte und immer noch beschert.

Alle Religionen mosaischer Konvenienz stehen sich in Ihrer Haltung dem Planeten gegenüber in nichts nach, alle plündern, zerstören und raffen gierig ran, was das Zeug hält, da haut die Enzyklika vom „Rebellen – Papst“ schon rein, aber natürlich erstmal nur verbal, aber immerhin, besser wie nix …

Was die Enzyklika vom Papst wieder einmal mehr als deutlich zeigt, ist, daß wir wirklich kein grundsätzliches Erkenntnisproblem haben, alle Problemfelder, die wir – als Menschen – unserem Heimatplaneten beschert haben, sind uns allen – wenn wir ehrlich sind – bis zum Überdruß bekannt, aber wir weigern uns aus tausenderlei vorgeschobenen Gründen, etwas an unserem – für den Planeten – zerstörerischen Lebenswandel zu verändern.

Ja wir haben wirklich kein Erkenntnisproblem, wir haben ein massives Realisierungsproblem, wir schotten uns mental soweit ab von den Konsequenzen unseres Handelns, daß wir in unserer radikalen Gegenwartsbezogenheit, bei gleichzeitiger universaler Zukunftsvergessenheit, harmlos, herrlich und in Freuden in den Tag hineinleben können, als gäbe es all diese Problemfelder nicht, die wir in unserer Psyche konsequent abgespaltet haben.

Für alles, was wir tun oder auch nicht-tun wird uns irgendwann die Rechnung präsentiert, man braucht nicht unbedingt ein Anhänger der Johannes Offenbarung sein, um Gaias Rache (James Lovelock) kommen zu sehen. So, wie wir uns auf diesem Planeten aufführen, werden auch wir erdgeschichtlich in Bälde zu einer unbedeutenden Petitesse geworden sein.

Denn merke eins: Mit dem Menschen schlägt der Planet nicht nur seine Augen auf – sondern er macht sie auch ganz schnell wieder zu…

Aber zurück zur Enzyklika: Man kann wirklich gespannt sein, welche Ausreden sich Christen – natürlich nur ‚katholische‘ Christen, besonders die von den Parteien mit dem „C“ im Namen – nach dieser Enzyklika wieder einfallen lassen, um den Planeten weiterhin ungehindert auszuplündern und zu verwüsten, denn das jemand nach diesen eineindeutigen Worten des Papstes zur Tat schreitet und die „ganzheitliche Ökologie“, die der heilige „Franz“ unserer Tage in seinem Rundschreiben fordert, konsequent zur Grundlage seines Handelns macht und eine ganzheitliche, also alle Aspekte mit einschließende Ökologie, zu seinem Leitgedanken macht, wird nicht zu erwarten sein und wir werden sehr schnell sehen, daß diese Erwartung kein Ausdruck meines negativen Menschenbildes ist, sondern ganz nüchterne Realität. Die Menschen werden ihre ganze Energie investieren, um zu erklären, warum sie nichts tun müssen, als daß sie ihre ganze Energie in die Umsetzung der Forderungen des Papstes stecken würden.

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