ADN-Logbuch IV – MEDITATIONEN

Meditation
Buddha-Kopf in Ayudthaya (Thailand)

 Editorische Vorbemerkung

Mein ADN-Blog kann Neudeutsch als eine Art „Edition in Process“ verstanden werden, d.h. während ich die Logbücher Anselm Dals (siehe auch meine Vorbemerkungen zum Logbuch 6) editiere, stelle ich meine Ergebnisse hier in den Blog, so daß jeder Besucher des Blogs meine Arbeit – die wahrscheinlich noch Jahre dauern wird – mitverfolgen kann.

Anselm Dal hat seine Nachtmeerfahrten in sieben Logbüchern dokumentiert.

Alle Eintragungen sind wie in einem Logbuch durchgehend nummeriert nach dem Schema: LB-IV-100-01 was soviel bedeutet wie: Logbuch Nummer IV (Meditationen) / Haupteintrag mit der Nummer 100 / Untereintrag mit der Nummer 01.

Auf zeitliche Hinweise wird bei den Logbucheintragungen verzichtet, ich nehme an – einen Beweis dafür kann ich leider nicht erbringen – daß damit jedem Versuch einer Interpretation einer zeitlicher Weiterentwicklung vorgebeugt werden sollte (selbst wenn die Eintragungen niemals von Dal zur Veröffentlichung bestimmt waren, kann dieses Vorgehen doch auch als Selbstschutz vor eigener Geschichtsfälschung gewertet werden!), ein Eintrag also der z.B. 1979 (dem ersten Jahr aus dem Einträge stammen) vorgenommen wurde, soll völlig gleichwertig neben einem Eintrag von 2012 stehen, die quantitative Zeitspanne von 33 Jahren soll nicht in eine qualitative Weiterentwicklung uminterpretierbar sein.

Diese These wird auch dadurch untermauert, daß Dal seine Eintragungen in den Logbüchern nicht im Fortgang der Seiten von 1 bis 210 vorgenommen hat, sondern auf den ersten Blick völlig willkürlich vornahm. Ein Eintrag von 1979 kann nicht nur auf Seite 1 sondern auch auf Seite 100 stehen. Durch den Fortgang der Eintragungen kann dadurch ein Eintrag von 2001 neben einem Eintrag von 1984 stehen und so weiter.

Erst wenn wir einen größeren Teil der Einträge entziffert haben, können wir vielleicht eine Theorie entwickeln, daß die Platzierungen der Einträge einem strukturellen Plan für das Ganze entsprechen, bislang ist es aber noch zu früh, um solche Überlegungen anzustellen.

Noch ein Wort zu der Art wie Anselm Dal seine Eintragungen vorgenommen hat. Alle Eintragungen wurden mit Füllfederhalter und in der Regel mit schwarzer aber auch mit roter und grüner Tinte ausgeführt ( auf die rote und grüne Tinte weise ich bei den einzelnen Eintragungen hin).

Die Schrift Dals ist mikroskopisch klein insofern hat sie mich an die Microgramme Robert Walsers erinnert, dieser hatte seine Notizen allerdings mit einem extrem fein gespitzten Bleistift ausgeführt, während Anselm Dal immer Füllfederhalter mit einer SF (superfeinen) Spitze benutzt hat.

Ganz viele Eintragungen hat Dal durch eingeklebte Bilder ergänzt, ich versuche diese soweit es technisch möglich ist, im Blog aufzunehmen, ihre Herkunft und u.U. auch ihre Bedeutung näher zu erklären, soweit es aus den Eintragungen Dals nicht selbst schon ersichtlich wird.

Logbuch-IVWas erwartet uns im Logbuch IV

Ich versuche nun einige Gedanken vorzustellen, warum das vierte und damit mittlere Logbuch Dals die Bezeichnung „Meditationen“ trägt.

Schon nach einem ersten Entziffern konnte ich feststellen, daß Dal einen sehr weitgefaßten Begriff von Meditation hat und deutlich mehr darunter subsummiert, als man gemeinhin vielleicht annehmen mag.

Während z.B. im buddhistischen Kontext Achtsamkeit und Meditation das siebte und achte Glied des achtfachen Pfads sind, versteht Dal die Achtsamkeit als einen wesentlichen Teil von Meditationen.

Immer wieder finden wir im Logbuch IV Denkbilder, in denen detailierte Meditationen im Alltag geschildert und gedanklich durchdrungen werden.

Im Bereich der Meditation ist es für Dal besonders wichtig, daß kein Baustein höher zu bewerten ist, als ein anderer, denn wenn Steine im Fundament nicht sorgfältig verbaut wurden, dann kann das Gebäude noch so schön sein, irgendwann stürzt es in sich zusammen.

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