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Denken

Wenn wir von unserem Seh- oder Tastsinn sprechen, dann meinen wir damit nicht nur die Rezeptoren, die in unseren Augen oder Fingerspitzen sitzen, sondern mit dem Wort “Sinn” bezeichnen wir immer das gesamte Wahrnehmungssystem, daß uns z.B. vom Auge über die nachgelagerten Areale dazu verhilft, am Ende durch dieses System einen kompletten Baum zu sehen.

Ich neige der Ansicht zu, daß wir es beim “Denken” ebenso mit einem “Sinn”, mit einem Wahrnehmungssystem, einem Organ zu tun haben, daß sich dazu entwickelt hat, die verschiedenen geistigen Felder nicht nur wahrzunehmen, sondern ihnen auch zu einer kommunizierbaren Sprache zu verhelfen.

Ideen, Strukturen, Muster, logische Schlußfolgen, Systeme, etc. all diese Worte, und noch viele mehr, haben sich in der Menschheitsgeschichte immer wieder als Methaphern für diese geistigen Felder kulturgeschichtlich gebildet und weisen immer auf die formbildenden Verursachungssysteme hin, die alles in unserem Kosmos an Strukturen entwerfen und verursachen.

Das Wahrnehmungssystem “Denken” nimmt all diese geistigen Felder wahr und ist gleichzeitig auch ein Teil dieser Felder, wir können das geistige Gesamtfeld als eine Art unvorstellbar riesiges Clusterfeld verstehen, in dem das einzelne Gehirn ein Teil des Ganzen ist und gleichzeitig das Ganze ist und verrechnet.

Natürlich kann die Naturwissenschaft einstweilen das feinstoffliche Geistfeld noch nicht messen, das muß uns nicht stören, als Geisteswissenschaftler sind wir da immer der Zeit voraus, wir können schon Dinge in unserer radikalen Subjektivität benennen, lange bevor die Naturwissenschaft sich überhaupt ernsthaft einem Problem stellt. Durch unser Denken sind wir immer schon ein Teil des Ganzen und holografisch gesehen auch das ganze. Jedes denkende Teilsystem ist auch schon das Ganze, alles wiederholt sich immer wieder auf allen Ebenen.

Ohne unser Wahrnehmungssystem “Denken” hätten wir z.B. niemals Gesetzmäßigkeiten der Ähnlichkeiten und Selbstähnlichkeit in der fraktalen Geometrie entdecken bzw. wahrnehmen können, ohne das uns das Denken eine Vision, einen Weg vorgeben würde, wären wir als naturwissenschaftliche Geisteswissenschaftler verloren. Nur durch unser “Denken” als einem Wahrnehmungssystem der geistigen Welt sind wir immer schon Subjekt und Objekt zugleich und sehen niemals nur von außen auf die Objektwelt, durch unser “Denken” sehen wir sie auch immer zugleich von Innen.