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Warum Marx doch nicht tot ist!

Was kann ein „Schöpfer“ dafür, wenn die Menschen zu dämlich sind, seine Grundideen vernünftig umzusetzen, so hat es schon mit Nietzsches Übermenschen nicht geklappt, den Alten abzusetzen bzw. ihn gleich für tot zu erklären und so hat es auch bei Marx nicht geklappt. Erst bringen wir es nicht auf die Reihe seine Ideen im 20. Jahrhundert sinnvoll umzusetzen und dann soll am Schluß auch noch der alte Marx an unserer Unfähigkeit schuld sein.

Gott sei Dank ist es bei den besonders Fähigen in der Geschichte so, man kann Sie – oder sagen wir mal ihre Ideen – halt doch nicht so leicht umbringen, auch wenn man sich noch so doof anstellt bei der Umsetzung brillianter Ideen, die Doofheit springt meistens nicht auf den Schöpfer über oder, wenn die Doofes es gar zu heftig getrieben haben und es so aussieht, als ob der Schöpfer selbst auch mit untergeht, dann! nach einer kleinen Ruhephase kommt die Idee gelassen wieder zurück und schaut, ob es vielleicht inzwischen weniger Doofe gibt, dann beginnt das Spiel von vorne. So kommt es, daß Marx doch noch nicht tot ist, obwohl viele gehofft haben, daß man ihn durch 100 Jahre überwiegenden Schwachsinn endgültig los wäre und das Gespenst, das Marx in Europa mit auf die Reise geschickt hat, ein für alle Mal nicht mehr umgeht.

Ein Genie bleibt ein Genie, könnte man es aufhalten, wäre es niemals eins gewesen – und so ist es auch mit klugen Ideen. Auf lange Sicht kann man sie nicht aufhalten und wenn doch, dann sind es halt keine klugen Ideen gewesen! Binsenweisheiten treffen oft den Nagel auf den Kopf und eine solche Binsenweisheit ist: „Hinter einer klugen Idee steckt immer ein kluger Kopf“

Einer, der sich wirklich ehrlich bemüht hat, dem alten Marx zu seinem Recht zu verhelfen, ist Terry Eagleton. In seinem Buch „Warum Marx Recht hat“, das ich als Einführung in das Thema „Zur Aktualität von Karl Marx“ empfehlen möchte, fragt Eagleton am Ende des Buches leidenschaftlich: „Ist irgendein Philosoph jemals so entstellt worden?“ und wir ahnen es schon, natürlich nicht, aber es haben bisher auch recht wenige Philosophen so gewaltige Dinge in Bewegung gesetzt…

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Karl-Marx

Nun! Warum Marx doch nicht tot ist, beantwortet Terry Eagleton anhand von 10 Thesen aus der gegenwärtigen Diskussion, damit versucht der englische Literaturwissenschaftler seine Meinung zu begründen, daß man eigentlich nur mal ideologiefrei auf den historischen Marx schauen müßte, um sofort zu sehen, daß sich alle Kritik eigentlich immer an der ideologisch völlig verzerrten Kunstfigur des 20. Jahrhunderts abarbeitet.

Aus diesem Grund setzt er sich dann flugs – auf sehr unterhaltsame Weise, mit viel englischem Humor – in 10 Kapiteln mit 10 ständig vorgebrachten Thesen gegen Marx auseinander. Diese Thesen lauten wie folgt:

Der Marxismus ist erledigt
Der Marxismus ist in der Praxis nicht umsetzbar
Der Marxismus hat ein deterministisches Weltbild
Der Marxismus ist die Utopie einer arbeitsscheuen Freizeitgesellschaft
Der Marxismus reduziert alles auf die Wirtschaft
Der Marxismus hat keine geistigen Werte und reduziert alles auf reinen Materialismus
Der Marxismus ist auf eine Klassengesellschaft fixiert, die es gar nicht mehr gibt
Der Marxismus propagiert die gewaltsame Revolution
Der Marxismus glaubt an den allmächtigen Staat
Der Marxismus ist von anderen Bewegungen abgelöst worden

Ich verrate nicht zuviel, wenn ich ein wenig aus dem Resümee, das Terry Eagleton am Schluß seines Buches zieht, zitiere:

„Marx glaubte leidenschaftlich an das Individuum und hegte tiefen Argwohn gegen abstrakte Lehren.

Er hatte nichts für die Idee einer vollkommenen Gesellschaft übrig, misstraute dem Gleichheitsbegriff und träumte nicht von einer Zukunft, in der wir alle in Overalls mit unserer Sozialversicherungsnummer auf dem Rücken herumlaufen.

Er hoffte auf Vielfalt, nicht Einförmigkeit.

Auch lehrte er nicht, das die Menschen das hilflose Spielzeug der Geschichte seien.

Er stand dem Staat noch ablehnender gegenüber als rechte Konservative und erwartete vom Sozialismus eine Stärkung und keine Schwächung der Demokratie.

Sein Modell des guten Lebens beruhte auf dem Gedanken des künstlerischen Selbstausdrucks.

Er glaubte, daß einige Revolutionen friedlich verlaufen könnten und hatte nichts gegen soziale Reformen.

Weder war er einseitig auf die Arbeiterklasse fixiert, noch war sein Gesellschaftsbild von zwei polarisierten Klassen bestimmt.

Er machte keinen Fetisch aus der materiellen Produktion. Ganz im Gegenteil, er glaubte, sie sollte so weit wie möglich beseitigt werden.

Sein Ideal war Muße, nicht Arbeit.

Wenn er seine Aufmerksamkeit vor allem auf die Wirtschaft richtete, dann, um ihre Macht über die Menschheit zu verringern.

Seinen Materialismus vermochte er durchaus mit tiefen moralischen und geistigen Überzeugungen zu vereinbaren.

Er war voll des Lobes für die Mittelklasse und sah den Sozialismus als Erben ihrer großen Errungenschaften: Freiheit, Bürgerrechte und materiellen Wohlstand.

Mit seinen Anschauungen über Natur und Umwelt war er seiner Zeit in vielen Punkten erstaunlich weit voraus.

Nie hat es einen entschiedeneren Befürworter von Frauenemanzipation, Weltfrieden, Kampf gegen Faschismus und für Befreiung der Kolonialvölker gegeben als die politische Bewegung, die durch sein Werk ins Leben gerufen wurde.“ (a.a.O. Seite 271/272)

Selbst wenn man in der Bewertung des Lebenswerks von Karl Marx ganz anderer Meinung sein sollte als Terry Eagleton, macht es Sinn, in Anbetracht dieser Sichweise sich nochmals mit diesem Denker auseinandersetzen, denn er war im positivsten Sinne ein Revolutionär und wenn wir auf diesem Planeten noch was reißen wollen, dann brauchen wir vor allem Leute, die nicht nach dem Motto leben: „Weiter so“. An die Wurzeln der Probleme zu gehen ist die einzige Chance nachhaltig etwas für den Patienten zu tun, alles andere ist nur Symptom-Doktorei und hilft dem Unternehmen “MENSCH & PLANET” langfristig nicht weiter!

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Terry Eagleton ist Professor für Englische Literatur an der University of Manchester und Fellow der British Academy. Auf Deutsch ist von Ihm zuletzt erschienen:
Warum Marx recht hat
Hardcover, 288 Seiten
Ullstein-Verlag
ISBN-13:  9783550088568

Lebens-Spiralen

Informationsfelder sind bestimmt und bestimmen Rhythmus und Proportion, den zeitlichen und den statischen Aspekt von Strukturen, Analogien und Ähnlichkeiten (5/8 ist eine Proportion, also der statische Aspekt, aber 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13 ist ein Rhythmus, also ein zeitlicher Aspekt). Täuschen wir uns nicht, alles was uns und uns als Teil der Natur bestimmt, sind Strukturen und Ähnlichkeiten, durch die Strukturen wirken und die Strukturen würden nicht wirken, wenn sie nicht von Ähnlichkeiten bestimmt sind.

Fibonacci

Fraktale Geometrie ist keine mathematische Erfindung, sondern eine Entdeckung wie Universum und Natur funktionieren, eine Spiralgalaxie und eine Nautilus Schnecke entsprechen nicht zufällig in Proportion und Rhythmus einander, alles ist mit allem verbunden und so sollten wir auch immer bedenken, daß bei allem, was wir tun, eben alles mit allem verbunden ist.

Alles, Gesellschaft, Kultur, Ökonomie, Politik ist von Strukturen bestimmt und diese sind wieder von grundsätzlicheren Strukturen bestimmt, ob wir z.B. ein Haus oder den Kapitalismus lieben oder ablehnen, ist von Strukturen bestimmt, die wir auf einer ganz unterschwelligen, aber sehr wirkungsmächtigen Ebene wahrnehmen.

Egal wie entfremdet die Menschen von der Natur und Ihren Wurzeln sind, sie werden immer von Rhythmus und Proportion bestimmt, das bedeutet aber auch, daß die Zahl Phi (1,6181…..) eine revolutionäre Sprengkraft hat, ganz egal, ob wir das bewußt akzeptieren oder nicht, genau deshalb, weil diese Zahl, oder besser dieses Zahlenverhältnis eine Art von Erdung darstellen, ohne die keine Energie fließen kann und keine Veränderung stattfindet.

Wenn sich Börsenzocker z.B. wundern, daß sich Aktienverläufe nach Fibonacci-Reihen verhalten, und dies dann schon euphorisch als Fibonacci-Trading bezeichnen, weil sie glauben ein Geheimnis erkannt zu haben, um schnell Millionen zu scheffeln, dann haben sie nur einen ganz kleinen, ja winzigen Zipfel von dem erkannt, was das Universum im Innersten zusammenhält und sich bei genauer Sicht überall zeigt aber sich eben auch genausso schnell wieder verflüchtigt, wenn man nicht das Ganze im Auge behält.

Und was das Faszinierende ist, je größer die Dimensionen, je genauer der Wert, d.h. je mehr wir z.B. in der Reihe der Fibonacci-Zahlen voranschreiten und dann jeweils den Quotienten zweier aufeinanderfolgender Zahlen bilden, je stärker nähern wir uns der Zahl Phi 1,6181…. an und das gilt über all im Universum und erst recht auf diesem Planeten.

Ja was Leonardo Fibonacci im Jahre 1202 eigentlich nur für Kaninchen-Populationen berechnen wollte, gilt grundsätzlich im ganzen Universum, den goldenen Schnitt finden wir überall, das Verhältnis zweier aufeinanderfolgender Zahlen der Fibonacci-Folge strebt gegen den Goldenen Schnitt, nähert sich der Zahl Phi (1,6181…. ) alternierend an.

Laßt uns mehr über Strukturen und Ähnlichkeiten nachdenken – anstatt zur HB zu greifen – denn dann geht alles wie von selbst…