Der Positivismusstreit mit Karl Popper

Der Positivismusstreit hatte in Wirklichkeit nie etwas mit Karl Popper zu tun!

Karl_PopperGerade in Deutschland sollte jede Art von Ideologie sofort verdächtig sein und Denker wie Karl Popper überaus willkommen, aber im Gegenteil gerade jemanden, der sein ganzes Leben gegen Verkrustungen, Schwarz-Weis-Denken und soge- nannte Wahrheitsideologien ange- schrieben hat, mit Ideologiekritik der polemischsten Sorte zu überziehen, ist schon ein besonderes Lehrstück der Philosophiegeschichte.

Drei kleine Zitate von Popper können dies perfekt zeigen:

“Das Wichtigste ist, allen jenen großen Propheten zu misstrauen, die eine Patentlösung in der Tasche haben und euch sagen: Wenn ihr mir nur volle Gewalt gebt, dann werde ich euch in den Himmel führen. Die Antwort darauf ist: Wir geben niemandem volle Gewalt über uns. Wir wollen, dass die Gewalt auf ein Minimum reduziert wird. Gewalt ist selbst von Übel, und wir können nicht ein Übel mit einem anderen Übel austreiben.”

“Durch die Falsifikation unserer Annahmen bekommen wir tatsächlich Kontakt mit der »Wirklichkeit«. Die Widerlegung unserer Irrtümer ist die »positive« Erfahrung, die wir aus der Wirklichkeit gewinnen.”

“Aber von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht der gefährlichste. Ein solcher Wunsch führt unvermeidlich zu dem Versuch, anderen Menschen unsere Ordnung Werte aufzuzwingen, um ihnen so die Einsicht in Dinge zu verschaffen, die uns für ihr Glück am wichtigsten zu sein scheinen; also gleichsam zu dem Versuch ihre Seelen zu retten. Dieser Wunsch führt zu Utopismus und Romantizismus. Wir alle haben das sichere Gefühl, daß jedermann in der schönen, der vollkommenen Gemeinschaft unserer Träume glücklich sein würde. Und zweifellos wäre eine Welt, in der wir uns alle lieben, der Himmel auf Erden. … der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hölle.”

Die objektive, vorurteilsfreie Popper Rezeption in Deutschland ist durch den unseeligen Positivismusstreit nahezu ausgefallen. Dabei fing das Ganze im Oktober 1961 harmlos an: Bei der Tagung der “Deutschen Gesellschaft für Soziologie” in Tübingen hielten Karl Popper und Theodor W. Adorno die beiden Hauptreferate. Popper der kritische Rationalist, ganz Sokrates und Kant verpflichtet, bot während der Tagung dem Vortrag Adornos, der, wie man weiß, ebenfalls eine kritische Theorie entwickelt hatte, keinen wirklichen Widerpart, ganz einfach deshalb, weil auf einer tieferen, als der oberflächlich ideologischen Ebene beide Denker viel näher beieinander waren, als man es in linken Kreisen gerne gesehen hätte.

Man wollte sich mit dieser Konfliktlosigkeit nicht begnügen und so kam es zu dem unseeligen Positivmußstreit vor allem durch Adorno und Habermas betrieben, das Problem war nur, daß alle Argumente und Unterstellungen, all die aggressive Polemik von Seiten der Frankfurter Schule Popper gar nicht treffen konnte, weil sie gar nichts bzw. sehr wenig mit dem Denker Poppers zu tun hatte, der z.B. auf seine Weise ebenso die Ursachen des Faschismus und der Weltkriege in seinen Schriften benannte, wie dies die Frankfurter Schule getan hatte. Ebenso war es mit Adornos Vorstellung, daß Wissenschaft immer auf dem avanciertesten Standpunkt stehen müsse – auch hier war Popper mit seinem intellektuellen und revolutionären Wissenschaftsverständnis viel näher bei Adorno, als es vielen lieb war. Was eben nicht in die politische Zeit hineinpasste, war Poppers Kritik der sozialistischen Ideologien – seine Ideologiekritik wollte keine Tabuzonen akzeptieren, so wie es die Frankfurter Schule rein faktisch getan hatte.

Die Ethik, die sich aus Poppers Vorstellungen einer offenen Gesellschaft ergeben hat und die Kritik, die sich von keiner Ideologie beirren läßt – auch wenn sie als utopisches Heilsversprechen noch so gut gemeint daher kommt – verlangt eine Art von Menschsein, daß weit über das bisher Mögliche hinausgeht und durch und durch visionär ist. Kritik als evolutionärer Motor der Geschichte verlangt nach immerwährender Aufklärung, die sich niemals zur Ruhe setzt, auch nicht temporär!

Kritische Denker wie Kant und Popper bleiben auch in der virtuellen Welt des Cyberspace durch und durch aktuell!

Die Geistige Welt

Wir “Abendländer” sind in unserer kulturgeschichtlichen Prägung so stark der Subjekt-Objekt-Polarität verhaftet, daß wir immer sehr große Mühe haben, uns Prämissen und Weltmodelle vorzustellen, bei denen alles mit allem verbunden und vor allem alles nicht klar abgrenzbar sondern “unscharf” ist, erst dann, wenn wir durch mathematische Formeln Unschärfe in scheinbare Klarheit und Schärfe verwandeln können, wie in der Quantenphysik, sind wir wieder zufrieden, wenn wir dann aber unfreiwillig ins Philosophisch-Metaphysische hinübergezogen werden, von sogenannten “Alles-in-Frage-Stellern”, die meinen, man könne auch im Unscharfen ganz gut leben, fühlen wir uns wieder bedroht, weil wir befürchten, einer könnte kommen und unsere Vorstellung von der Beherrschbarkeit von allem und jedem als Fiktion entlarven.

Genau diese und ähnliche Gedanken bilden den Hintergrund für unsere Weigerung die “Geistige Welt” als etwas anderes als Hirngespinste durchgeknallter Esoteriker anzusehen. Wir sind so stark von unserem objekthaften Zugang und unseren naturwissenschaftlichen Prämissen bestimmt, daß wir gar nicht wahrnehmen können, daß wir längst ein Teil von etwas sind, was wir von außen nicht sehen können, will heißen, weil wir selbst durch und durch Geist und damit Teil der geistigen Welt sind, deshalb können wir es nicht verstehen, wir sehen quasi den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber wir können jeden einzelnen Baum – und wenn es hundert einzelne wären – von außen noch so ausführlich betrachten wie wir wollen, wir erleben als Subjekte niemals den Wald.

Aber nur in unserer radikalen Subjekthaftigkeit können wir den Geist des Waldes, seine Erhabenheit und Schönheit erleben so wie es z.B. die Frühromantiker in vielen Kunstwerken versuchten festzuhalten. Die Frühromantiker, die sich immer in einem lebendigen Resonanzverhältnis zur beseelten, lebendigen Natur verstanden, waren keine Spinner, die es einfach noch nicht besser wußten, sondern hoch sensible Menschen, die die bewußte Wahrnehmungsfähigkeit der “Geistigen Welt” noch nicht verloren hatten.

Die “Geistige Welt” verbindet nicht nur alles mit allem, sie ist auch ein endloser Speicher, ein endloses Gedächtnis, aller jemals gedachter geistigen Zusammenhänge, in der unablässigen Wechselwirkung zwischen Geist und Materie vollzieht sich die Welt, wobei wir sofort fehlgehen, wenn wir davon ausgehen, daß es sich um zwei getrennte Welten, hier die Welt der Materie, dort die Welt des Geistes handeln würde. Yin ist nicht ohne Yang möglich und umgekehrt.

Wir haben den Zugang zur geistigen Welt in den letzten Jahrhunderten vor allem durch die Entwicklung der modernen Naturwissenschaft und der Trennung von Natur- und Geisteswissenschaft etwas verloren, aber nur im Sinne einer Bewußtwerdung dieses Erlebens, nicht aber im rein Faktischen.

In Abwandlung zu C.G.Jungs Wahlspruch könnte man für die “Geistige Welt” folgenden Sinnspruch kreieren:

VOCATUS ADQUE NON VOCATUS MENS ADERIT

Gerufen oder nicht gerufen, der Geist wird da sein, oder anders formuliert, wäre das Unbedingte nicht das Unbedingte, dann hätte es niemals existiert.

Wir dürfen uns nicht beirren lassen und uns einreden lassen, daß unser geistiges Leben, unsere Gedanken und Gefühle reduzierbar sind auf neuronale Areale des Gehirns in denen sie entsprechende Erregungsmuster hervorrufen bzw. von ihnen hervorgerufen werden, nach dem Motto, je mehr es knall und spuckt, je mehr geht gefühlsmäßig ab.

Wir verstehen die Welt und die fühlenden Wesen um uns herum deshalb immernoch in Ansätzen, weil sie – wie wir auch – Teil der “Geistigen Welt” sind, deshalb können wir zu allem anderen um uns herum in Resonanz treten mit Hilfe unseres Wahrnehmungsorgans “Denken”. Wenn wir auf dem Schulungsweg unserer geistigen Wahrnehmungsfähigkeit voran schreiten, dann können wir natürlich auch in der geistigen Welt viele Ebenen und Bereich unterscheiden lernen, die geistige Welt wirkt auf die unterschiedlichsten Bereiche differenziert in ihrer Formverursachung ein.

In der Anthroposophie z.B. kennen wir viele verschiedene “Geistige Welten”, heute könnte man sagen, “Geistige Themenparks”, wie den Astralleib, den Ätherleib etc. alle diese Themenparks sind aber nicht getrennt von einander, sondern in ständiger Kommunikation miteinander begriffen, alle Bereiche der “Geistigen Welt” tragen alle anderen immer mit sich.

Wenn wir uns die “Geistige Welt” als eine riesige Wirkmatrix mit Ihren => Mensonen als der kleinstmöglichen Wirkmatrix vorstellen, dann trägt jedes Menson, jede Wirkmatrix immer holografisch das gesamte Bild in sich, je mehr von diesen Mensonen zusammenkommen, ein Effekt den Ruppert Sheldrake als “morphische Resonanz” bezeichnet, je deutlicher wird das Bild und je stärker wird das Wirkfeld.

Liebe und HarmonieKönnen wir uns ein Bild von der “Geistigen Welt” machen? Sicher nicht in dem wir die Betonphysiker dieser Welt befragen, von denen wir uns nicht so sehr durch unsere und ihre logischen Schlußsysteme unterscheiden, sondern durch die unterschiedlichen Prämissen. Aber wir können uns mit Menschen beschäftigen, die aus den unterschiedlichsten Gründen sich nicht von der Meinung der großen Mehrheit der Wissenschaftler abhängig machen müssen. Menschen wie Masaru Emoto z.B., der sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die geistige Beseeltheit von Wasser durch das Photographieren von gefroren Wasserkristallen sichtbar zu machen.

In diesen Kunstwerken haben wir es einerseits mit Materie, mit Wasserstoff und Sauerstoff, die schon seit Jahrmillionen eine stabile Verbindung im Verhältnis 1:2 miteinander eingegangen sind, zu tun, andererseits mit Strukturen und Verbindungen, in denen der Geist, die Gedanken und Gefühle, die jemand dem Wasser gegenüber geäußert hat, sichtbar werden.

DerGeist

Gerufen oder nicht gerufen, der Geist wird da sein, oder anders formuliert,
wäre das Unbedingte nicht das Unbedingte, dann hätte es niemals existiert.

Denken

Wenn wir von unserem Seh- oder Tastsinn sprechen, dann meinen wir damit nicht nur die Rezeptoren, die in unseren Augen oder Fingerspitzen sitzen, sondern mit dem Wort “Sinn” bezeichnen wir immer das gesamte Wahrnehmungssystem, daß uns z.B. vom Auge über die nachgelagerten Areale dazu verhilft, am Ende durch dieses System einen kompletten Baum zu sehen.

Ich neige der Ansicht zu, daß wir es beim “Denken” ebenso mit einem “Sinn”, mit einem Wahrnehmungssystem, einem Organ zu tun haben, daß sich dazu entwickelt hat, die verschiedenen geistigen Felder nicht nur wahrzunehmen, sondern ihnen auch zu einer kommunizierbaren Sprache zu verhelfen.

Ideen, Strukturen, Muster, logische Schlußfolgen, Systeme, etc. all diese Worte, und noch viele mehr, haben sich in der Menschheitsgeschichte immer wieder als Methaphern für diese geistigen Felder kulturgeschichtlich gebildet und weisen immer auf die formbildenden Verursachungssysteme hin, die alles in unserem Kosmos an Strukturen entwerfen und verursachen.

Das Wahrnehmungssystem “Denken” nimmt all diese geistigen Felder wahr und ist gleichzeitig auch ein Teil dieser Felder, wir können das geistige Gesamtfeld als eine Art unvorstellbar riesiges Clusterfeld verstehen, in dem das einzelne Gehirn ein Teil des Ganzen ist und gleichzeitig das Ganze ist und verrechnet.

Natürlich kann die Naturwissenschaft einstweilen das feinstoffliche Geistfeld noch nicht messen, das muß uns nicht stören, als Geisteswissenschaftler sind wir da immer der Zeit voraus, wir können schon Dinge in unserer radikalen Subjektivität benennen, lange bevor die Naturwissenschaft sich überhaupt ernsthaft einem Problem stellt. Durch unser Denken sind wir immer schon ein Teil des Ganzen und holografisch gesehen auch das ganze. Jedes denkende Teilsystem ist auch schon das Ganze, alles wiederholt sich immer wieder auf allen Ebenen.

Ohne unser Wahrnehmungssystem “Denken” hätten wir z.B. niemals Gesetzmäßigkeiten der Ähnlichkeiten und Selbstähnlichkeit in der fraktalen Geometrie entdecken bzw. wahrnehmen können, ohne das uns das Denken eine Vision, einen Weg vorgeben würde, wären wir als naturwissenschaftliche Geisteswissenschaftler verloren. Nur durch unser “Denken” als einem Wahrnehmungssystem der geistigen Welt sind wir immer schon Subjekt und Objekt zugleich und sehen niemals nur von außen auf die Objektwelt, durch unser “Denken” sehen wir sie auch immer zugleich von Innen.