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Principiis obsta

fukushimaIn unserem gedankenlosen Wahn, daß es chic ist, alles und jedes zu delegieren und zu kontrollieren, delegieren wir unser Denken an Politiker, Wirtschaftslenker, Wissenschafter und weitere sogenannte Eliten, ohne an den zweiten Teil des Grundsatz noch zu denken, an das Kontrollieren . . .

In den Exzellenz-Clustern dieser Welt, den Denkfabriken der Eliten wird Denken produziert, dadurch kommen Produkte in die Welt, die wir eigentlich gar nicht haben wollen, bzw. was noch schlimmer ist, wir können es gar nicht mehr beurteilen, also kontrollieren, was wir haben wollen und was nicht.

Da halten wir uns doch lieber gleich, an den Spruch unserer Großeltern, die ihren Ovid noch kannten: “Wehre(t) den Anfängen!”, natürlich nur soweit sie – unsere Großeltern – selbst gedacht haben und vorausschauend waren und gesehen haben, was da am Horizont heraufzieht. Und wenn sie das alles waren, dann haben auch sie sich schon noch lieber an die Maxime Immanuel Kants und der Aufklärung gehalten:

Jederzeit selbst zu denken

Sonst geht’s uns so, wie dem Zauberlehrling bei Goethe: Die Geister, die wir riefen, die werden wir nicht mehr los . . .

Mathematische Formeln und Wahrscheinlichkeitsberechnungen sollen uns Vertrauen in beinahe sichere Wahrheiten suggerieren, weil sie uns eine berechenbare Welt vorgaukeln – hier helfen uns nur Bilder weiter, Bilder die unsere Emotionen erreichen können. Das Bild vom Zauberlehrling hat einen sicheren Stand bzgl. der limbischen Index-Gefühls-Marker! Wie ein Mantra können wir uns immerwieder vorsagen: Denk an den Zauberlehrling!

Und wenn es dann mal wieder fröhlich auf geht zur Hatz mit Genmais und Atomkraft, dann denken wir an unser Mantra, und dann sagen wir, daß wir doch nicht blöd sind und uns zum Zauberlehrling aufschwingen, dann sagen wir einfach NEIN.

Warum denn NEIN? Man ist doch gar nicht vom Fach, man kann doch gar nicht mitreden, man weiß doch gar nicht was technisch so abgeht!
Ganz einfach – weil Selber-Denken nicht heißt, das Nach-Denken, was andere Vor-Denken, sondern Selber-Denken!

Und wenn wir beim Selber-Denken feststellen, daß wir beim Be-Denken von Konsequenzen, Risiken und Wagnissen diese Selbst-Gar-Nicht-Be-Denken können, dann lassen wir die neuen Besen erst gar nicht tanzen, dann haben wir auch hinterher nicht das Problem, das die Besen ihren eigenen Tanz tanzen und ein wirklich schönes Stück von unserem kleinen Planeten einfach unbewohnbar machen . . .

Im Zweifelsfall hilft uns auch die sokratische Maxime:
Bedenken, daß Du nichts weißt, dann weißt Du schon sehr viel . . .