»Docta spes« meine Damen und Herren, »Docta spes«

„Der Mensch ist etwas, was erst noch gefunden werden muß“
Ernst Bloch, Spuren
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Als ich vor mehr als 30 Jahren an einem mehrhundertseitigen Manuskript zur Eschatologie im Denken Ernst Blochs schrieb, auch weil ich damals die Hoffnung damit verband, damit promoviert zu werden, war meine transzendentale Obdachlosigkeit (Lukács) vollständig substituiert von der Blochschen Hoffnung auf ein sozialistisches Reich Gottes. Später als das Manuskript auf unerklärliche Weise in den Tiefen eines undurchdringlichen Dickichts, genannt Dachboden, verschwand, verblaste auch nach und nach die Erinnerung an die Utopie einer besseren Welt im neuronalen Spinnwebwald meines Gehirns.

Trotzalledem! Heute, 30 Jahre später, wird mir bei der erneuten Lektüren von „Atheismus im Christentum“, des „Geist der Utopie“ oder des „Prinzip Hoffnung“ schlagartig bewußt, wie tief mein Denken noch heute von der Philosophie Ernst Blochs und dem „In-Möglichkeit-Sein“ geprägt ist und wie viel ich dem Studium seines Werkes in jungen Jahren für mein Leben zu verdanken habe.

Spurensuche!

Der Blick aufs merkwürdige Detail, das Dunkel des gelebten Augenblicks, die elastische Zeitstruktur, Vor-Schein, aufrechter Gang, NochNichtSein, beerbte Religion, Ungleichzeitigkeit, Tendenzkunde, Novum, Experimentum mundi, Unabgegoltenheit und noch viele, viele weitere Begriffe kommen mir aus der Dunkelheit des Vergangenen entgegen und lassen ein vages trotzdem behagliches Gefühl von „Heimat“ im Raum des Denkens entstehen.

Die Zukunftsvergessenheit, von der heutige Politik bestimmt ist, wäre mit Bloch nicht zu machen, die wache Analyse der Jetztzeit, das Philosophieren auf dem avanciertesten Stand der Erkenntnis nach dem Motto: Was bekannt ist, ist noch lange nicht erkannt (Hegel) braucht einen Maßstab, einen Horizont, an dem das Jetzt sich messen lassen muß, so dass mit der „utopischen Orthopädie des aufrechten Gangs“ die Grenze des Vorstellbaren überschritten werden kann.

Aufgrund der Zwangsökonomisieren aller Lebensverhältnisse haben wir uns alle viel zu sehr gefangennehmen lassen vom Diktum der Machbarkeits-Kriterien. Niemand spricht mehr von der verwalteten Welt, weil sie inzwischen keine Tendenz sondern eine höchst wirksame, universale Realität geworden ist. Wir können davon ausgehen, daß die instrumentelle Vernunft, deren Internalisierung die zwingende Voraussetzung zur „glücklichen“ Teilnahme an der virtuellen, digitalen Welt ist, so perfekt und universal funktioniert, das uns nur noch ein Kerl – wie Ernst Bloch – helfen kann, mit seinem utopischen Fragenhorizont einen Weg aus der Misere zu finden.

Das Agens der Geschichte ist die Dialektik, aber eine, die sich nicht mit einer billigen Synthese zufrieden gibt, notfalls die Negation der Negation solange vorantreibt, bis sich Verhältnisse bis zur Kenntlichkeit entwickelt haben, denn viele gesellschaftliche Konstrukte tragen schon in ihrem Keim – ab ovo – all die Probleme, die sich dann in der Geschichte entfalten. So war die soziale Marktwirtschaft über viele Jahre keine schlechte Synthese, als Befriedung der sich wechselseitig bekämpfenden Klassen, daß sie jedoch vom Gift des Neoliberalismus Stück für Stück zerstört wurde und wird, hat seinen Grund schon in den falschen Prämissen des Kapitalismus, der die Zerstörung des Menschen als Teil der Natur inmitten der Natur auf diesem wunderschönen blauen und grünen Planeten schon immer billigend in Kauf genommen hat.

Die Ontologie des Noch-Nicht-Seins ist hinsichtlich der Totalität aller Seinsmöglichkeiten (Superposition in der Naturwissenschaft) wesentlich präziser als das Fragen Heideggers nach dem Sein. Darüber hinaus paßt der utopisch, experimentelle Materiebegriff Blochs, der die „Superposition“ als das Noch-Nicht der Materie begreift und damit prinzipiell immer über den faden Kollaps des Möglichen in eine dinghafte Realität hinausgeht, wesentlich besser in das zeitgemäße, naturwissenschaftliche Denken. Bei allem Kummer über die schwierigen Probleme der Gegenwart, gilt doch nach wie vor: „Der Weltprozess ist noch nirgends gewonnen, doch freilich auch: er ist noch nirgends vereitelt“, nichts ist festgelegt, alles ist offen, wir konkretisieren es nur in der Analyse, in der Wechselwirkkung mit dem Bestehenden! In Realiter bleibt der Prozess unabgeschlossen, es bleiben noch viele unabgegoltene Utopien, einzig der Mensch – wie wir ihn heute kennen – wird bei weitem in seiner Potenzialität überschätzt, er ist ein Auslaufmodell, das ins Museum gehört, alles muß raus, was das experimentum mundi belastet, denn oft ist der Preis für die Lehre zu hoch …

Bloch geht es nicht darum, Utopien zu bebildern, sie in Erzählungen zu beschreiben, seine Erzählungen sind seine Philosophie, seine Utopien. Sein Utopiebegriff ist offen für weitere Erfahrungen, für die Freiheit und Interessen der Individuen, sein Utopiebegriff bedeutet vor allem anderen ein konkretes, utopisches Denken. Zukunft liegt immer in einer „Dämmerung nach vorn“, wir benötigen einen Werkzeugkasten mit seinen utopischen Funktionen, mit dessen Hilfe wir die unterschiedlichsten Zukunftsszenarien analysieren und entwickeln können. Glück ist nichts Erreichbares, es ist das „Streben nach Glück“ in dem das Glück sich findet – alles erreichte Glück endet zwangsläufig in der „Melancholie der Erfüllung“.

Mit Bloch und der gelehrten Hoffnung , der docta spes, im Gepäck müssen wir keine Apokalyptiker werden, um zu sehen, welche fünf großen Themen den Planeten als Wohnstadt für uns umbringen. Der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum, die Wasserversorgung, die Landwirtschaft und der Energieverbrauch sind Realitäten, die zu benennen ein Auftrag gelehrten Hoffens ist. Auch Bloch hat im „Geist der Utopie“ Oswald Spengler mit im Gepäck gehabt ohne ein Endzeitvisionär zu werden. Der Mensch, wie wir ihn heute kennen, ist nur ein Übergangsmodell, das seinen eigenen Untergang betreibt. Diese Art von Zivilisation, wie wir sie in den letzten 200 Jahren entwickelt haben, muß unausweichlich untergehen.

Kein Wunder! „Der Mensch lebt noch überall in der Vorgeschichte, ja alles und jedes steht noch vor Erschaffung der Welt“ (GA|5|1628)

Unsere Gesellschaft überlastet anhaltend die Ökosysteme, was in der Kettenreaktion zu einem zu hohen Verbrauch der Globalressourcen führen muß. Ganz klar die Ressourcen werden teurer und teurer und die Gesellschaft spaltet sich in wenige Reiche und viele Arme. Worauf wir in den nächsten Jahrzehnten zugehen werden, sind massive Verteilungskämpfe und Kriege, denn der Großteil der Menschen, die oft sogar den Wohlstand noch produzieren, bekommen nur einen Bruchteil von dem, was die Elite bekommen. 1% der Menschheit besitzt mehr als die restlichen 99% und die menschliche Gier nach immer mehr heizt die Situation auch noch zusätzlich an. Das Humanum bleibt auf der Strecke! Da muß man hart am VorSchein arbeiten, um ihn immernoch zu finden.

Ernsthafte Wissenschaftler, die sich beinahe ihr gesamtes Forscherleben mit den Zusammenhängen unseres über Jahrmillionen entwickelten Ökosystem beschäftigt haben, sehen die Sache realistisch! Aus vorbei, nichts geht mehr. Die Menschheit ist am Ende. Die WerteRuinen werden nur noch vom schönen Schein der virtuellen Welt wie mit teurer Kosmetik übermalt. Das Ende der Ära Mensch ist unausweichlich.

The Big Bounce!

„Die wirkliche Genesis ist nicht am Anfang, sondern am Ende, und sie beginnt erst anzufangen, wenn Gesellschhaft und Dasein radikal werden, das heißt sich an der Wurzel fassen.“ (Ga|5|1628)

Im Großen wie im Kleinen, im Oben wie im Unten existiert das Universum und alles was es hervorbringt in Zyklen. „The big bounce“ (Abhay Ashketar) gilt nicht nur in der Physik sondern auch für unsere Kulturen, die immer wieder neu entstehen, eine Blütezeit erleben und schließlich untergehen.

Der Prozess des Aufstiegs und Kollapses ist ein immer wiederkehrender Prozess, sehr hoch entwickelte, fortschrittliche, komplexe und kreative Zivilisationen sind stark anfällig für existenzielle Krisen jeder Art. Technologischer Fortschritt kann die Menschheit vor dem Untergang nicht retten, denn er steigert zwar die Effizienz in der Ressourcen-Nutzung, aber er steigert zugleich den Ressourcenverbrauch durch diejenigen, die Kapital besitzen und erhöht damit wieder den Verbrauch von Ressourcen durch die besitzenden Eliten des Nordens. Obwohl seit Jahrzehnten Klima- und Ressourcen-Konferenzen auf dem Planeten stattfinden, steigen die absoluten Zahlen des Ressourcenverbrauchs unaufhörlich.

Ernst Bloch ist zu Unrecht als „Philosoph der Hoffnung“ etikettiert worden, zugegebener Maßen hat er selbst dazu beigetragen, der Begriff der „docta spes“, der auf eine Hoffnung hinweist, die sich an den objektiv-realen Möglichkeiten mit einer detailreichen „Tendenzkunde“ berichtigt, ist der eine Aspekt, der andere ist die Vielschichtigkeit des Gesamtwerks, das nicht mit unbelehrbarem, monolithischen Optimismus daherkommt.

Erwartung, Antizipation und Phantasie sind die utopischen Funktionen unseres Geistes, der immer wieder Grenzen zu überschreiten versteht, nicht in toto aber im Detail, das immer wieder die Unfertigkeit der Welt und das Drängen zu einem besseren Leben verrät, das sich nicht in der Realisierung einer Sozial-Utopie erschöpft. Das wird im Prinzip Hoffnung deutlich, wo die Sozial-Utopien nur eine Facette bilden, neben den Utopien in der Technik, Architektur, in geographischen Entdeckungsfahrten, in Malerei, Dichtung oder Musik, und, last but not least, in der Religion.

Denken heißt überschreiten!

Die religiöse Komponente, die in Blochs Frühwerk Geist der Utopie angelegt war, hat er 50 Jahre später im Buch Atheismus im Christentum entfaltet. Zur Religion des Exodus und des Reichs. Das Buch hatte eine besonders starke Wirkung; die Hoffnungs-und Befreiungs-Theologie wurde von Bloch mächtig inspiriert.

Bloch geht es darum, die Geltung der religiösen Wunschbilder herauszuarbeiten und zu zeigen, dass das in ihnen enthaltene Streben nach Erfüllung berechtigt ist. Das Reich Gottes wird so zum utopischen Begriff dessen, was bei Marx mit „Reich der Freiheit“ gemeint war. Ernst Bloch liest die Bibel als ein revolutionäres Buch der Offenbarwerdung des „Humanum absconditum“, des (noch) verborgenen Menschen. So gehört Theologie, wenn auch in einem Spannungsverhältnis, unabdingbar in den Zusammenhang seines Systems; und so hatten seine Gegner in den 50erJahren in Ostdeutschland durchaus Grund, ihn als verkappten Metaphysiker zu attackieren.

Denn Bloch ist ein religiöser Denker, kraft der Intensität, mit der er religiöse Erfahrungen aufnimmt und denkend verwandelt, besonders eindringlich an der zentralen Erfahrung des Volkes Israel, dem Exodus, und der der Christen, dem Menschensohn. Und er versucht, beide Impulse seiner Philosophie, die Idee einer Befreiung der „Erniedrigten und Beleidigten“, also den Gehalt der Sozial-Utopien, und den Gehalt der Bibel zu verbinden. In den Religionen glüht die Frage nach dem unausgemachten Sinn des Lebens, und sie halten Lösungen auf die Frage nach dem Wohin und Wozu bereit. Daher rührt das Interesse Blochs an den Religionen.

Der Begriff „Religion im Erbe“ will sagen, dass die Religion ein im Menschen angelegtes Vermögen der Freiheit ist, die Welt zu überschreiten, ohne auf dem Boden einer bisherigen Gottesvorstellung zu bleiben. „Ontologie des Noch-Nicht-Seins steht auf dem Niveau der alten Metaphysik, mit völlig verändertem Gebäude; neue Metaphysik und konkrete Utopie sind Synonyme, geeint im Transzendieren ohne Transzendenz.“ (GA|13|356) Glaube an Gott als „eigene Wesenheit“ (GA|5|1413) sei reine Fiktion. Aber diese Eliminierung der Gottesvorstellung, ihre Entlarvung als bloße Chimäre, hat ja keine Eliminierung des Raumes zur Folge, in den hinein sie projiziert worden ist. Diesen Raum bestimmt Bloch als den religiösen Hohlraum, der zu beerben sei.

„Die Stelle, die in den einzelnen Religionen durch das unter Gott Gedachte besetzt … worden ist, ist nach Wegfall ihrer scheinrealen Ausfüllung nicht selber weggefallen. Denn sie erhält sich allemal als Projektionsort an der Spitze utopisch-radikaler Intention; und das metaphysische Korrelat zu dieser Projektion bleibt das Verborgene …, das real Mögliche im Geheimnis-Sinn.“ (GA|5|1412)

Das letzte Ziel im Bewusstsein der Religionen verhält sich nach Bloch zur philosophischen Gedankenklärung wie der Affekt Hoffnung zur begriffenen Hoffnung, der „docta spes“. Der Blochsche Begriff der „Meta-Religion“ (GA|5|1521) bedeutet „nicht einfach keine Religion, sondern … Erbe an ihr.“ (GA5|1414)

So wird auch der Satz „Nur ein Atheist kann ein guter Christ sein. Nur ein Christ kann ein guter Atheist sein“ verständlich. Historisch und sachlich ist und bleibt das Christentum die unabdingbare Voraussetzung für den Atheismus, denn erst das Christentum brachte die Idee der „religiösen Intention“ in die Welt. Aber erst der Atheist ist in der Lage, das, was das Christentum schon immer (un-begriffen) will, explizit zu intendieren.

Die Ästhetik des VorScheins!

In Zeiten neurowissenschaftlicher Deutungshoheit kommt der Kunst eine ganz besondere Bedeutung zu als Anwalt dessen, was an Träumen, Wünschen, Hoffnungen unbemerkt und unbearbeitet jeden Tag übrig bleibt und das ist in unserer verwalteten, rationen, d.h. instrumentellen Welt ganz schön viel. Bei vielen, was wir unmittelbar erleben und Eindruck auf unsere Psyche macht, wird uns wissenschaftlich eloquent versichert, das wir das, was wir erleben, gar nicht wirklich erleben, sondern das all das in Wahrheit ganz anders ist. Die Schizophrenierung unserer Wahrnehmung schreitet immer mehr voran.

Bloch hat einen ungeheuren Bildungshorizont aber auch eine Gabe diesen in plastisch, unmittelbar wirkende Bilderwelten umzusetzen. Das Ausmaß seiner Lektüre und Kunstkenntnis scheint genauso unbegrenzt wie seine Bilderwelten. Das gilt für alle Künste, für Musik, Architektur, Malerei etc. Aber es bleibt nicht beim historischen oder gar bei einem rückwärtsgewandten Interesse, sondern er sucht den „utopischen Gehalt“ in den Kunstwerken, das Uneingelöste, das „Unabgegoltene“, das uns „verpflichtend entgegenkommt“ und unmittelbar angeht.

In den Kunstwerken scheint – Blochs Ästhetik der Antizipation zufolge – das Noch-Nicht in der Skala seiner Möglichkeiten voraus. Kunst ist Vor-Schein, Vor-Schein des besseren Möglichen; sie warnt uns davor, die vorhandene Unvollkommenheit als endgültig hinzunehmen.

Die Ästhetik durchzieht das ganze Werk Blochs. Das führte immerwiederzu der umstrittenen Frage: Ist Bloch überhaupt ein Philosoph im engeren Sinn des Wortes? Oder ist Bloch eher ein Schriftsteller? Die Etikettierung, das Schubladendenken wird vor allem in Deutschland mit großer Leidenschaft betrieben, was letztlich in der Schublade drinn ist, interessiert niemand mehr, Hauptsache es ist versorgt.

Im Falle Blochs, der den größten Teil seines Lebens als freier Autor unterwegs war und der die Trennung von Werk und Person, wie sie bei der Zunft der Universitätsprofessoren mit ihrer Schulphilosophie gang und gäbe ist, niemals für seine Person akzeptiert hat, muß man meiner Meinung nach unbedingt von einem Philosophen im besten, im sokratischen Sinn, sprechen. Will man von einem Etikett nicht ablassen, dann trifft auf Ihn eher zu, was die Franzosen „les philosophe“ nennen – gleichwohl hat er niemals die Unschärfe des Gedankens vor allem in Ermangelung von Kenntnissen akzeptiert. Auch heute ist es in Talkrunden wie am Stammtisch üblich, eifrig mitzudiskutieren bei gleichzeitig völliger Ahnungslosigkeit, ohne jegliches, sachlich fundiertes Wissen, dagegen hilft nur „docta spes“, die gelehrte, begriffene Hoffnung.

Man täusche sich nicht, daß Blochs Schriften von ihrem Stil her oft wie eine Mischung „aus Hebels Schatzkästlein und Hegels Phänomenologie des Geistes“ (Lukács) daherkommen, macht sie keinesfalls harmlos, vielmehr besitzen sie oft eine ungeheure Sprengkraft auf den zweiten Blick und stehen näher beim Menschen selbst, als die Staubtrockenheit der Schulphilosophie. Gerade im Falle der Philosophen hat sich niemand über den anderen zu erheben, auch kein Adorno, der Bloch immer als expressionistischen Schriftsteller bezeichnete. Sonderbar das Gestalten wie Bloch oder Nietzsche den akademischen Lehrkörper immer wieder dazu verleiten, über sie zu forschen, auch wenn sie doch keine Philosophen im engeren Sinne angeblich sind.

Zweifellos ist das Prinzip Hoffnung ein gigantischen Essay, denn Bloch malt mit seinem literarisch ausgearbeiteten Stil wunderbare Bilder, die ganz unmittelbar auf den Leser einwirken, zunächst jenseits einer verkopften Ratio, diese tritt erst im zweiten Anlauf hinzu. Im Vordergrund steht die sprachliche Gestaltung von Bildern, Metaphern, Erlebnissen, Geschichten – und durch diese hindurch kommt der Gedanke zum Ausdruck. Dazu trägt auch die expressionistisch, musikalische Struktur bei: Kurze Sätze am Anfang, dann breite Ausführung.

Unvergessen auch der Schluß des Prinzip Hoffnung:

„Die Wurzel der Geschichte … ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfaßt und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ (Ga|5|1628)

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