Unbeachtete Natur-Schönheiten am Wegesrand I

ManchUnscheinbaresHatStachelnWas hat Wert und was hat keinen – ist zwar eine Frage der Perspektiven und der Prämissen aber dadurch trotzdem nicht beliebig. Da sollte für uns Menschen doch eigentlich immer der Grundsatz gelten: „Im Zweifel für die Natur“. Warum? Weil die Frage nach dem Ei und der Henne sich am Beispiel von Natur und Mensch leicht beantworten läßt: Erst war die Natur da, dann kam ganz ganz lange nix und irgendwann kam dann auch mal der Mensch, der auch Natur ist, davon aber nix wissen will und weil er sich so über seine eigene Natur ärgert, beginnt er ständig Stellvertreter-Kriege gegen den Rest der Natur zu führen. Na zumindest hat er es im Verlauf von ein paar tausend Jahren „Kultur“-Geschichte geschafft, daß die Natur nur noch ein kaum zu beachtendes Thema unter vielen ist.

Jedenfalls was in der Natur einen Wert hat und was einfach abgeräumt gehört, das bestimmt bei uns Menschen zumeist der, der die Meinungsmacht im Land hat und wer hat die Meinungsmacht im Land, der, der die wirtschaftliche Macht hat. So war es immer und so soll’s auch immer bleiben. Oder nicht?

Klar gings allesn viel besser, kämen einem nicht immer wieder so Querulanten in die Quere, die sich auf diese blöde Idee der Griechen von vor 2000 Jahren berufen. Ohne diese dämliche Demokratie ging alles viel leichter. Und dann berufen sich diese Querulanten noch in verschärfter Form auf die Demokratie, früher mußte man wenigstens Bürger von Athen sein, also auch wirtschaftlich was auf der Pfanne haben, jetzt sollen plötzlich auch Leute im Meinungsprozeß mitmachen dürfen, die gar nix wirtschaftlich auf der Pfanne haben, keine wirtschaftliche Macht – einfach nix, man sieht doch wo die Griechen gelandet sind mit diesem Unsinn. Oder war’s doch irgendwie anders – ich kann mich im Moment nicht so genau erinnern.

Jedenfalls ich freue mich immer wieder darüber, wenn ich auf ein Schild „Naturschutzgebiet“ stoße und daneben ein sogenannter toter, bzw. fast toter Baum steht, der im Ökokreislauf eine wichtige Rolle spielt und dabei gar nicht wirtschaftlich ausbeutbar ist, denn so ein liederliches Bäumle kauft sowieso niemand und verheizen kann mans auch nicht richtig, Obst bringt’s auch keins – also hier wird durch unsere Demokratie mal was geschützt, was gar keinen wirtschaftlichen Wert hat – super oder – also so Totholz hat doch wirklich was Subversives und dann macht’s dem Menschen auch immer gleich noch seine Endlichkeit klar, also so ein halbtoter Baum ist schon für vieles gut.

FastSchonTotAber jetzt mal was ganz anderes: Schon der Philosoph Blaise Pascal warnte in seinen Gedanken (Pensées): „Alles Unheil der Menschen kommt daher, dass sie nicht ruhig zu Hause bleiben können“.
Ich weiß ja nicht, was Euch Eure Freunde empfehlen, ich empfehle Euch, setzt Euch mal ein Wochenende nicht ins Auto, um über eine völlig verstopfte, stinkende Autobahn zu irgendeinem x-beliebigen Event zu rasen, sondern schlendert einfach mal mit achtsamem Blick durch euer nächstes Umfeld – ich sag mal, so im Radius von 1 Kilometer. Da gibt es jede Menge Dinge, z.B. am Wegesrand, in der Natur zu erleben.
Ich hab gestern z.B. ein Feldhamster-Baby auf der Straße getroffen, das hurtig über die Straße Richtung Feld lief. Immerhin, das sei erwähnt, der Feldhamster gehört zu den nach Anhang IV Buchstabe a) geschützten Tierarten des Artikels 12 der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie), bekannter als „FFH-Richtlinie“ oder „Habitatrichtlinie“ und als streng geschützte Art wird er auch in der Berner Konvention (Anhang II) genannt. Hab ich da nicht einen echten Star getroffen, wenn der an so vielen Stellen erwähnt wird und das obwohl der eigentlich doch gar keinen Wert hat?

Auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft Feldhamster http://www.feldhamster.de/ könnt ihr mal sehen, wen ich gestern – freilich noch im Zustand eines Babies – getroffen habe.

Feldhamster-BabyIch kann’s nur immer wieder betonen – wer achtlos an der Natur vorübergeht und sie nur als nützlichen Idioten, als „Ökoroboter“ begreift, also keine Liebe für ihr Wesen entwickelt, der kann sich auch nicht wirklich für sie einsetzen.
Und dann wird’s genau passieren, was manche ja schon lange ahnen: Erst wenn der Mensch irgendwann seinen letzten Atemzug tut, blitz in seinem Denken vielleicht für einen kurzen Augenblick der Gedanke auf, daß er vielleicht auf die falschen Dinge in seinem Leben geachtet und gesetzt hat.

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