Ein Siegel für den Ökologischen Fußabdruck!

fussabdruckJede Sekunde, jeder Augenblick in unserem Leben kommt in unserem Leben genau EINMAL vor. Wären wir uns ständig dieser verstörenden Einsicht bewußt, würden wir kaum lebensfähig sein. Deshalb spalten wir diese Einsicht in unserer Psyche ab, maskieren und tabuisieren sie durch die Vorstellung einer endlosen Wiederholbarkeit unserer Lebenszeiteinheiten.

Der Wahlspruch „Carpe diem“ des Dichters Horaz aus dem letzten vorchristlichen Jahrhundert trägt zwar der Einmaligkeit jedes Augenblicks Rechnung, ist aber in unserer Gegenwartskultur vollkommen degeneriert zum Aufruf nach einem 24 Stunden Daueraktivismus, der das Leben randvoll kippen soll mit tausenderlei Ereignissen, denn nur Events machen nach dieser Vorstellung das Leben sinnvoll.

Nun im systemischen Spannungsfeld dieser beiden Aspekte der Verdrängung einerseits und der Daueraktivität anderseits bewegt sich auch die gesamte Ressourcen-Verbrauchs-Problematik.
Warum? In unserem Leben verhalten wir uns beim Verbrauch von Lebenszeit oft so, als wäre sie ewig, obwohl niemand ensthaft bestreiten kann, daß sie endlich ist. Beim Ressourcenverbrauch gehen wir ähnlich vor, obwohl der größte Teil der Ressourcen, die wir verbrauchen, endlich ist, verhalten wir uns so, also vor allem unsere produzierende Wirtschaft, als wären unsere Ressourcen auf diesem Planeten unendlich.

Es gehört zur Tragik unserer menschlichen Gesellschaft, daß Sie immer wieder und vielleicht auch final an den einfachen Wahrheiten scheitert. In seinem 420 Seiten Umweltgutachten von 2012 erläutert der deutsche Sachverständigenrat für Umweltfragen in aller ihm möglichen Ausführlichkeit die ökologische Begrenzungsmarken, die die Wirtschaft einhalten müßte, wenn sie nachhaltig operieren würde, so heißt es auf Seite 33 /Punkt 41 summarisch:
„Die Ökonomie in ihren stofflichen Dimensionen zehrt von „Größen“, die sie nicht selbst produzieren, sondern nur verbrauchen kann. Das ökonomische System muss sich daher im Rahmen der Reproduktionskapazität der Natur bewegen. Nachhaltigkeit bedeutet, sich innerhalb der damit gegebenen ökologischen Grenzen zu bewegen.“

Auch bekennt sich der Sachverständigenrat „zum Konzept der starken Nachhaltigkeit, er hält die Substituierbarkeit von Naturkapital durch andere Kapitalformen nur in engen Grenzen für möglich. Die Erhaltung der ökologischen Tragfähigkeit verlangt, dass Abwägungsentscheidungen zwischen verschiedenen Nachhaltigkeitszielen innerhalb eines gesetzten ökologischen Rahmens getroffen werden müssen.“ Man könnte auch sagen, Geld kann man nicht essen und die Luft zum Atmen ist letztlich auch keine Frage des Bankkontos (höchstens temporär!)

Wenn wir als Verbraucher etwas tun wollen, dann sollten wir verlangen, daß Produkte, die wir konsumieren sollen, mit ihrem ökologischen Rucksack, also dem gesamten Materialverbrauch an Naturressourcen, während der Produktentstehung und seines gesamten Lebenszykluses, gekennzeichnet werden.

Damit wir die Werte vernünftig vergleichen können, muß zudem der Materialverbrauch pro Nutzungseinheit angegeben werden, so ähnlich, wie in jedem Supermarkt heute der Preis eines Produkts auf eine Einheitsgröße hin angegeben werden muß, also z.B. kg oder Liter.

In der Kette des Materialverbrauchs wirkt sich jede Einsparung in konzentrischen Kreisen mächtig aus, weil an jedem Teilschritt ja wiederum hunderte weitere Teilschritte hängen, die man für die Einzelfallentscheidung aber gar nicht kennen muß, es genügt einfach den Materialinput und die Anzahl der Produkte zu verringern, auch das ist wieder eine Frage der exponentiellen Entwicklungen.

So könnten wir als Verbraucher entscheiden, ob wir ein Produkt mit hoher oder niedriger Ressourcenproduktivität erwerben wollen!

Wenn man zusätzlich nicht mehr die Arbeit in einer Gesellschaft besteuert, sondern den Ressourcenverbrauch und den Konsum insgesamt und dann gleichzeitig durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, die steuerlichen Freibeträge für sozial schwache Bevölkerungskreise sicherstellt, dann hat man die Gesellschaft so umgebaut, daß auf diesem Planeten nicht mehr verbraucht wird, als er sowieso schon in reichlichem Maße zur Verfügung stellt.

Diese Vorbedingung ist auch dafür notwendig, daß nicht mehr länger 20% der Weltbevölkerung 80% der Ressourcen verbrauchen. In einem ökonomischen System, daß sich innerhalb der ökologischen Grenzen stabil bewegt, kann jeder auf diesem Planeten am Wohlstand teilnehmen.

Wenn wir dann noch durch einen weltweiten hohen Bildungs- und Freiheitsstandard das Problem des Bevölkerungswachstums gelöst haben und außerdem religiöse Ideen nur noch für Historiker und Freizeitaktivitäten von Interesse sind, dann sind wir von der Hölle in den Himmel aufgestiegen.

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